Die 3 häufigsten Fehler beim Pflegeantrag
Viele Anträge werden abgelehnt oder zu niedrig eingestuft – nicht weil die Hilfsbedürftigkeit fehlt, sondern weil formale oder strategische Fehler gemacht werden.
1 Fehler: "Es geht schon noch irgendwie"
Viele Betroffene stellen den Antrag viel zu spät. Aus falscher Scham oder der Hoffnung auf Besserung wird gewartet, bis die Situation eskaliert.
Das Problem: Pflegegeld wird nicht rückwirkend für die Zeit vor dem Antrag gezahlt (außer ab dem Monat der Antragstellung). Jeder Monat Wartezeit ist bares Geld, das verschenkt wird.
2 Fehler: Mangelnde Dokumentation
Ohne Belege ist es für den Gutachter schwer, sich ein Bild zu machen. Wer kein Pflegetagebuch führt, vergisst im Gespräch oft die vielen "kleinen" Handgriffe, die sich über den Tag summieren (Anreichen von Wasser, Begleitung zur Toilette, nächtliche Unruhe).
3 Fehler: Die "Sonntags-Präsentation"
Wenn der Gutachter (MD) kommt, reißen sich viele Pflegebedürftige zusammen. Die Wohnung ist blitzblank, der Patient frisch frisiert und gibt sich Mühe, alle Fragen positiv zu beantworten ("Ja, das kann ich noch").
Dieses "Schauspielern" ist fatal. Der Gutachter sieht nur eine Momentaufnahme. Wenn Sie die Situation beschönigen, wird dies im Gutachten so vermerkt.
"Zeigen Sie den Alltag, wie er wirklich ist. Auch wenn es unangenehm ist. Nur so erhalten Sie die Hilfe, die Ihnen zusteht."
Fazit & Lösung
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✓Stellen Sie den Antrag so früh wie möglich.
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✓Führen Sie 14 Tage lang ein Pflegetagebuch.
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✓Seien Sie beim Termin ehrlich, nicht "tapfer".
Quellen
- Sozialgesetzbuch XI (SGB XI)
- Offizielle Informationsportale wie gesund.bund.de
Disclaimer: Keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deine Pflegekasse oder eine Pflegeberatungsstelle.