Medizinischer Dienst (MD) Begutachtung 2026: Ablauf, Fragen, Vorbereitung
Der Termin mit dem Gutachter (Medizinischer Dienst) entscheidet über den Pflegegrad und damit über Ihre finanziellen Ansprüche. Eine gute Vorbereitung nimmt Ihnen die Nervosität.
1. Die Goldene Regel: Vier Augen Prinzip
Lassen Sie den Pflegebedürftigen beim Termin niemals allein. Als pflegender Angehöriger kennen Sie den Alltag am besten.
Ältere Menschen neigen oft dazu, ihre Defizite zu verbergen ("Es geht mir gut"). Hier ist es Ihre Aufgabe, sanft aber bestimmt die Realität zu schildern: "Vater, aber beim Anziehen der Strümpfe muss ich dir doch jeden Morgen helfen, erinnerst du dich?"
2. Dokumente & Checkliste
Bitte bereitlegen:
- Aktuelle Arztberichte und Entlassungsbriefe
- Aktueller Medikamentenplan
- Nachweise über Therapien (Physio, Ergo)
- Ihr Pflegetagebuch (Das wichtigste Dokument!)
3. Realität statt Show
Führen Sie kein "Sonntagsprogramm" auf. Wenn der Pflegebedürftige normalerweise im Jogginganzug auf dem Sofa liegt, sollte das auch beim Termin so sein.
Tipp: Wenn Hilfsmittel (Rollator, Vorlagen, Duschhocker) genutzt werden, müssen diese sichtbar im Raum stehen und nicht im Schrank versteckt sein. Der Gutachter notiert nur, was er sieht.
4. Vorsicht vor "Fangfragen"
Gutachter stellen oft Fragen, die harmlos klingen, aber die Selbstständigkeit prüfen:
- "Wie hat Ihnen das Mittagessen gestern geschmeckt?" Testet das Kurzzeitgedächtnis (Kognitive Fähigkeiten).
- "Können Sie mir das Glas Wasser reichen?" Testet die Motorik der oberen Extremitäten.
Mit unserem Begutachtungs-Protokoll haken Sie alle Fragen Punkt für Punkt ab – so kann der Gutachter nichts übersehen. Zum Pflege-Finanz-Guide
Fazit
Der Gutachter ist nicht Ihr Feind, aber er hat nur wenig Zeit (oft unter 60 Minuten). Machen Sie es ihm leicht, den Hilfebedarf zu erkennen, indem Sie ihn sichtbar machen, belegen und ehrlich kommunizieren.
Quellen
- Sozialgesetzbuch XI (SGB XI)
- Offizielle Informationsportale wie gesund.bund.de
Disclaimer: Keine Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wende dich an deine Pflegekasse oder eine Pflegeberatungsstelle.